Der Name Hofstetten weist auf eine Besiedlung in der älteren Ausbauperiode um 600 bis 700 und ist als Ansiedlung von mehreren Hof-Stätten zu erklären. Die bis heute überlieferte Sage von den drei Urhöfen gründet sich wohl auf drei alte Halbhöfe, den Fabian-, Schilcher- und Kreuzbauer. Als Ur-Ort der heutigen Dörfer Obermühlhausen, Hofstetten und Hagenheim wird von Forschern der heutige Weiler Memming („-ing“-Ort als Zeichen älteren Ursprungs) angesehen, die Besiedelung fand danach von Süden her statt. Dies bestätigen auch die Flurgrenzen von Hofstetten, die im Westen, Norden und Osten durchwegs geradlinig und nur im Süden stark verzahnt und unregelmäßig verlaufen.

Stifterurkunde-1083-von-Hofstetten-nach-Kraus
Stiftungsurkunde aus dem Jahr 1083

Die erste Erwähnung findet Hofstetten in einer Urkunde im Jahre 1083. Danach schenkte Norbert, vormaliger Domherr zu Augsburg, Bischof zu Chur in Graubünden seine Besitzungen (Hof mit herrschaftlichen Gebäuden) in „Hovesteten“ dem Kloster Habach im Huoisgau. Dieser Norbert war damit der erste namentlich bekannte Grundherr in Hofstetten. Noch älter ist der Ortsteil Hagenheim. Bereits im Jahre 1953 feierte er sein tausendjähriges Bestehen. Auf diesem Jubiläum gründet das heutige Wappen der Gemeinde Hofstetten; es wurde zur 1000-Jahr-Feier ursprünglich für Hagenheim entworfen (siehe unten). Erste Erwähnung findet Hagenheim in Urkunden des Klosters Wessobrunn, zu dessen Einflussbereich es bis zur Säkularisation im Jahre 1803 gehörte. Der Name Hagenheim weist auf die Zeit der Rodungen hin, als Alemannen und Bajuwaren das Land besiedelten und nach Rodung der Wälder zum Schutz vor wilden Tieren einen Zaun um sich herum errichteten. „Dorf im Hagzaun“ ist denn auch eine Deutung des Ortsnamens.

Die ältesten Spuren menschlichen Siedelns finden sich an der Kreisstrasse von Hofstetten nach Pürgen. Von einer Besiedelung der Umgebung schon zur Hallstattzeit (700-500 v. Chr.) zeugen dort die Hügelgräber, sowie Skelettteile- und Reihengräberfunde aus dem 6. oder 7. Jahrhundert n. Chr. unter anderen im Jahre 1941 nördlich des Egelsees.



 

Geschichte des Wappens

wappen_hofstettenwappen-hagenheim-neuDie Gemeinden Hofstetten und Hagenheim schlossen sich am 1. Januar 1972 zur neuen Gemeinde Hofstetten zusammen. Die Gemeinde Hagenheim führte schon seit 1953 ein Wappen, das die neue Gemeinde 1975 unverändert annahm, da der in der historischen Begründung erläuterte Sachzusammenhang auch für die neue Gemeinde gültig war. Die gekreuzten Schlüssel, Attribute des heiligen Petrus, sind aus dem Patronatswappen der alten Benediktinerabtei Wessobrunn übernommen. Wessobrunn war bis zur Säkularisation 1803 als Grundherrschaft im ganzen Gemeindegebiet von Bedeutung. Hagenheim wird schon im Hochmittelalter als Wessobrunner Besitz genannt; seit 1403 war auch die Kirche von Hagenheim dem Kloster inkorporiert (zuvor Stift Habach). Der Hegezaun mit den herauswachsenden Fichten ergibt ein für den Ortsnamen Hagenheim (vom althochdeutschen "hagin"/Hag, Hain) redendes Bild. Die Farben Rot und Silber entsprechen sowohl den Farben des Klosters Wessobrunn als auch den Farben des Hochstifts und der Diözese Augsburg, zu der das Gemeindegebiet seit der Frühzeit gehörte.WappenbeschreibungUnter einem silbernen, mit zwei schräg gekreuzten roten Schlüsseln belegten Schildhaupt in Rot zwei aus einem silbernen Hegezaun aufwachsende silberne Fichten.

 

Quelle: Haus der Bayerischen Geschichte